heimat|boden|los

hinsehen – hinhören – mitreden

Tagebuch

Einen Tag zuvor…

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Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, Kamera und Reportergerät eingepackt. Nach dreimonatiger Planung kann es nun endlich losgehen. Morgen begeben sich die drei SAEK-Volontäre aus Ostsachsen in das Braunkohletagebaugebiet Nochten I & II. Es wird nicht darum gehen, einen TV-Beitrag unter Zeitdruck zu produzieren – nein, jetzt wird hingesehen, hingehört und mitgeredet:

In der gesamten Lausitz wurden in den letzten 80 Jahren über 25.000 Menschen wegen des Braunkohleabbaus umgesiedelt. Insgesamt verschwanden bisher 136 Orte ganz oder teilweise. Zukünftig will Vattenfall im Gebiet Nochten ca. 300 Millionen Tonnen Braunkohle abbauen. Vom Abbau sind vor allem Orte im Nordosten Sachsens zwischen Spree und der Stadt Weißwasser (Region Nochten II), davon viele sorbische Siedlungsgebiete, betroffen.

Wer sind wir und was haben wir vor?

Wir, Natalie Böneke, Johannes Gersten und Axel Matz, sind Volontäre der Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK). “boden|heimat|los” ist ein mobiles medienpädagogisches Gemeinschaftsprojekt der SAEK-Standorte Bautzen, Görlitz und Dresden. Bezugnehmend auf die geplante Erweiterung des Braunkohletagebaus Nochten auf das Abbaugebiet „Nochten II“ mit den Orten Schleife, Klein Trebendorf, Rohne, Mulkwitz, Mühlrose (u.a.) wollen wir vom 05. bis zum 16. Mai 2014 mit Euch, sprich Anwohnern, Vereinen, Initiativen und Institutionen, ins Gespräch kommen und Eure emotionale Bindung an Eure Heimat in Form von Video/Foto- und Audio-Portraits festhalten. Trotz zahlreicher Initiativen und Medien, die sich bereits mit dem Thema befassen / befasst haben, greifen wir das kontrovers diskutierte Thema erneut auf und wollen euch eine „Stimme“ geben, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie Menschen mit „Heimatverlust“ umgehen. Neben den persönlichen Geschichten verstehen wir das Projekt gleichzeitig als Zeitdokument, bei dem historisch relevante und gegenwärtige Entwicklung in der Region festgehalten werden.  Die entstehenden Portraits, werden auf der Website www.bodenheimatlos.de tagesaktuell veröffentlicht. Auf Wunsch binden wir Euch direkt in die Medienproduktion ein, sodass Ihr selbst durch die Kamera schauen und so hautnah am Entstehungsprozess dabei sein könnt. Die Website www.bodenheimatlos.de wird nach Projektende einer Initiative / Institution übergeben und soll im Anschluss mit weiteren Inhalten gefüllt werden. Die Website dient gleichzeitig als Feedbackkanal für Euch.

Wir suchen

Wir suchen Interessierte Bürger/innen, Familien, Unternehmen, Vereine (z.B. Sport- und Heimatverein, Jugendclubs), Initiativen, Kirchen, Kindertagesstätten, Schulen, Vertretungen von Kommunen und Verbänden, die von der möglichen Tagebau-Erweiterung betroffen sind und mit uns über das Thema sprechen möchten. Kontakt via E-Mail: heimatlos.bodenlos [at] gmail.com

Ein Kommentar

  1. Das klingt nach einem sehr spannenden Projekt. Ich hoffe, ihr habt ausreichend Zeit dafür und drücke euch die Daumen.

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